Frühjahrstagung des AK Westfalen bei Welser Profile

Frühjahrstagung des AK Westfalen bei Welser Profile
Von Thomas Meyer
Der Einladung zur Frühjahrstagung des AK Westfalen nach Bönen folgten insgesamt 15 Mitglieder. Der noch junge ICV-Arbeitskreis war bei seiner 24. Sitzung zu Gast bei der Welser Profile Deutschland GmbH. Die Produkte des Unternehmens sind weit verbreitet – Profilträger aus Stahl verstärken das Auto, stützen den Schreibtisch, die Küche oder zum Beispiel Lagerregale.
Neben dem spannenden Tagungsort stand jedoch vor allem eines im Fokus: der Wandel. Denn auch bei Welser Profile steht die Zeit nicht still – vielmehr zeigt das Unternehmen eindrucksvoll, wie Strukturwandel in einer sich stetig verändernden Welt gelingen kann.
In der Betriebswirtschaft oder Presse ist der Begriff „VUCA“ kaum zu vermeiden – er beschreibt eine Welt, in der sich Wettbewerbsbedingungen laufend ändern und kaum noch präzise vorhersagbar sind. Die Erkenntnis daraus: Unternehmen – und mit ihnen wir alle als Arbeitnehmer oder Selbständige – müssen sich kontinuierlich anpassen.
Der Einzelne kann durch Aus- und Weiterbildung versuchen, ‚agil‘ zu bleiben – aber wie gelingt das den Unternehmen selbst? Dem lebenden Organismus, dem wir unsere Zeit zur Verfügung stellen und der uns – hoffentlich – mit akzeptabler Entlohnung und guter Work-Life-Balance auch gerecht wird? Klar ist: Früher tradierte, oft patriarchalisch geführte Unternehmen haben bei der Generation Z keine Zukunft. Das Unternehmen als Ganzes muss seine Organisationsform den neuen Anforderungen anpassen.
Und damit kommen wir zur Welser Profile. Das Thema: „Strukturen für einzigartige Menschen“ – das Welser Organisationssystem im Finanzbereich: Von einer Hierarchie zur Zellorganisation.
Wir hörten einen beeindruckenden Reisebericht: Wie das österreichische Familienunternehmen die Notwendigkeit zur Veränderung erkannte und seit sieben Jahren Schritt für Schritt gemeinsam mit den Mitarbeitenden neue Wege geht. Die Teilnahme erfolgt freiwillig, der Betriebsrat ist eingebunden. Ein besonderer Meilenstein: Die US-Tochter bat selbst darum, Teil des Programms zu werden.
In der neuen Organisationsform werden Rollenprofile geschaffen – jede Person übernimmt mehrere Rollen, die thematisch gruppiert und teils überlappend angelegt sind. Entscheidungen werden dort getroffen, wo die fachliche Kompetenz sitzt. Der Fachvorgesetzte ist in der Regel nichtidentisch mit dem disziplinarischen Vorgesetzten.
In einer lebhaften Diskussion tauschten sich die Teilnehmenden intensiv über verschiedene Aspekte der Transformation aus. Einhellige Meinung: Welser hat einen starken Weg eingeschlagen – ein Vorbild für viele Unternehmen. Nicht umsonst kommen Anfragen von außen, um den „Reisebericht“ auch im eigenen Unternehmen nutzbar zu machen.
Bei der Betriebsführung – traditionell das ‚Sahnehäubchen‘ unserer Tagungen – begegneten wir ausschließlich aufgeschlossenen und freundlichen Mitarbeitenden. Am Abend kam auch das Gesellige und der Netzwerkgedanke des ICV nicht zu kurz.
Unser großer Dank gilt unserem Gastgeber und Kümmerer Stefan Drees sowie dem extra aus Österreich angereisten Leiter Controlling, Marcus Romar, für die herzliche Gastfreundschaft und die spannenden Einblicke in eine komplexe Transformation. Es hat sich gelohnt!
Wir treffen uns wieder zur Herbsttagung am 11. und 12. September 2025 in Paderborn bei der VegaSystems GmbH & Co KG. Thema: „Planung – Mensch und/vs.? Technik. Im Spannungsfeld von BIAS und KI“

