Newcomer Award-Verleihung ist Premieren-Highlight der students|spaces

students|spaces 2026: Controlling-Nachwuchs trifft Wissenschaft und Praxis im Metaverse

Eine gelungene Premiere hat der ICV mit der Veranstaltung students|spaces im Oktober 2026 gefeiert. Mehr als 300 Anmeldungen hatte es zum speziell für Studierende aus den Bereichen Finance & Controlling konzipierten, kostenlosen Event im Metaverse gegeben, in dem sich die Teilnehmenden als Avatare treffen. Die Veranstaltung bot sechs Vorträge zu aktuellen Controlling-Themen, eine Keynote und Einblicke in die Arbeiten der final Platzierten für den ICV – Péter Horváth Newcomer-Award 2026. 

Die students|spaces wurden federführend von dem ICV Excecutive Advisor für Hochschulen, Prof. Dr. Björn Baltzer, sowie Hilal Öntürk, DATEV, organisiert und durchgeführt. Prof. Dr. Utz Schäffer (WHU) eröffnete die Veranstaltung mit der Keynote „Welche Kompetenzen brauchen eigentlich Controller – heute und morgen?“.

Im Verlauf des Nachmittags referierten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Unternehmen und Beratung zu folgenden Themen:

  • Florian Ponnath (Siemens Healthineers): KI im Controlling – Erwartungen, Realität und Zukunftsaussichten
  • Stefan Drees (Welser Profile): Rollenbasierte Organisation – Die Controlling-Organisation der Zukunft?
  • Prof. Dr. Andreas Seufert (HWG Ludwigshafen): Wie KI die Spielregeln im Controlling verändert
  • Prof. Dr. Christoph Eisl (FH Oberösterreich): Wie gut kann die KI Controlling-Aufgaben lösen?
  • Niko Hofmann (Horváth): Die aktuellen Themen in der Controlling-Beratung
  • Prof. Dr. Avo Schönbohm (HWR Berlin): Gamification im Controlling – Wie Kennzahlen Spielräume schaffen, Verhalten lenken und Wirklichkeit erzeugen

Auch der Gamification-Aspekt kam nicht zu kurz mit Gewinnspielen, bei denen Buchpreise verlost wurden.

Den Abschluss bildete die Verleihung des ICV – Péter Horváth Newcomer Awards 2026. ICV-Vorstandsmitglied Pia Burkarth (ICV) übernahm die Laudatio für den mit insgesamt 12.000 Euro dotierten Preis.

Moritz Fischer gewinnt den ICV – Péter Horváth Newcomer Award 2026

Gewinner des ICV – Péter Horváth Newcomer Award 2026 ist Moritz Fischer. Ausgezeichnet wurde er für seine Masterarbeit „How to Enhance Scenario Analysis Within SAP’s Financial Forecasting Process to Provide More Insightful Steering Information“. Die Arbeit wurde von Prof. Dr. Utz Schäffer (WHU – Otto Beisheim School of Management) betreut.

Platz 1: Szenarioanalyse im Finanzforecasting (Moritz Fischer)

Moritz Fischer hat untersucht, wie der Szenarioanalyseprozess im Finanzforecasting von SAP systematisch weiterentwickelt werden kann. Ausgangspunkt ist der Trend, klassische Punktprognosen durch Bandbreiten-Forecasts zu ersetzen. Die gängige Praxis, pessimistische, realistische und optimistische Szenarien der GuV-Positionen zu addieren, hat er dafür auf den Prüfstand gestellt. Basierend auf einem realen Forecastprozess des DAX-Unternehmens SAP entwickelte er eine Lösungsarchitektur, ohne auf die Nennung der Limitationen der Einzelfallstudien zu verzichten.

Moritz Fischer kombiniert in seiner Arbeit eine empirische Prozessanalyse, qualitative Experteninterviews, eine quantitative Auswertung historischer Forecastdaten und eine Literaturrecherche. Zu den Verbesserungsvorschlägen zählen Monte-Carlo-Simulationen zur Aggregation realistischerer Bandbreiten, die strukturierte Ausweitung des Range-Forecastings auf die gesamte Gewinn- und Verlustrechnung sowie Empfehlungen für Governance und Dokumentationsstandards. Als Steuerungsgröße führt die Arbeit den Forecast Value Added (FVA) ein. Zudem bezieht sie Erkenntnisse aus der Behavioral Finance zu Overconfidence und Algorithm Aversion ein, um zu erklären, warum selbst gute Modelle in der Praxis scheitern können.

Laudatorin Pia Burkarth ist überzeugt: „Die Kernerkenntnis, dass der größte Hebel nicht in besseren Einzelprognosen liegt, sondern in einer intelligenteren Aggregation und einem bewussteren Umgang mit Unsicherheit, ist zugleich originell und unmittelbar handlungsleitend.“

Platz 2: Prognosestabilität in Infrastrukturprojekten (Hagen Fellmann & Jan Gawehn)

Der zweite Platz geht an das Duo Hagen Fellmann und Jan Gawehn für ihre Arbeit „Analyse der Prognosestabilität in Infrastrukturprojekten der DB InfraGO AG: Initialanalyse, Ursachenbetrachtung und Handlungsempfehlungen zur Steigerung der Kostenprognosestabilität in Bestandsnetzprojekten – eine fallstudienbasierte Untersuchung“. Die Analyse umfasst rund 88.000 Projektdatensätze aus zehn Jahren und ist durch qualitative Interviews und Workshops ergänzt. Die Arbeit unterscheidet Ursachen im operativen Projektgeschehen, im Planungs- und Steuerungsprozess sowie in der Gesamtorganisation und leitet Handlungsempfehlungen insbesondere für das Risikomanagement ab. Auch diese Arbeit wurde von Prof. Dr. Utz Schäffer betreut.

Pia Burkarth würdigt die Arbeit als „Beispiel dafür, wie eine Masterarbeit nicht nur eine akademische Leistung darstellen, sondern zugleich ein wertvoller Impuls für die Weiterentwicklung realer Organisationen sein kann“.

Platz 3: Treibhausgasemissionen im Fokus (Linn Inga Denning)

Linn Inga Denning belegt den dritten Platz mit ihrer Masterarbeit „Praktische Umsetzbarkeit der vorgeschlagenen Greenhouse Gas Protocol Revision für Scope-2 Carbon-Accounting: Eine multiple Fallstudie von börsennotierten Unternehmen in Deutschland“. Die Arbeit analysiert die praktische Umsetzbarkeit des im Oktober 2025 vorgelegten Entwurfs zur Revision der Messung und Berichterstattung von Scope-2-Emissionen. Betreut wurde sie von Prof. Dr. Maximilian Blaschke von der Technischen Universität München.

Laudatorin Pia Burkarth dankt der Preisträger für die Erkenntnis, „dass die geplante Revision zwar mehr Transparenz schaffen soll, gleichzeitig aber auch erhebliche Herausforderungen in der praktischen Umsetzung mit sich bringt – insbesondere im Umgang mit Grünstrom und neuen Beschaffungsmechanismen“.

Entspannte Atmosphäre im virtuellen Raum

Die Veranstaltung im Metaverse sorgte für eine entspannte Event-Atmosphäre. Die Teilnehmenden bewegten sich mit viel Spaß und Neugier mit ihren indivuell gestalteten Avataren durch die Räume, darunter die ICV-Lobby als Startraum, das Amphitheater sowie die Bereiche Smart Island, Blue Beach und Yellow Beach. Event-Leiter Björn Baltzer zeigte sich abschließend rundum zufrieden: „Das Motto „chill & learn“ für die Premiere unserer students|spaces hat gepasst, denn als Avatare konnten wirklich alle in entspannter Atmosphäre den spannenden Vorträgen folgen.“ Eine Fortsetzung der Eventreihe students|spaces ist geplant.