Neuer Leiter für ICV-Arbeitkreis Ungarn

Interview mit Daniel Merz

Daniel Merz folgt beim ICV-Arbeitskreis Ungarn auf den langjährigen AK-Leiter István Radó. Wir haben mit dem neuen Arbeitskreisleiter gesprochen.

Wir freuen uns, Sie unseren LeserInnen bekannt machen zu können. Würden Sie sich bitte kurz mit Ihrem beruflichen Werdegang vorstellen?

D. Merz:
Ich bin Managing Consultant und Leiter des internen Karriereprogramms bei der IFUA Horváth & Partners Kft. in Budapest. Aktuell begleite ich ein internationales Transformationsprojekt für einen deutschen Automotive OEM mit Fokus auf die Einführung eines
Direktvertriebsmodells in europäischen Märkten – insbesondere in den Bereichen Invoicing,Tax, Customs und Accounting. Zuvor war ich als Consultant in verschiedenen Projekten tätig, unter anderem zur Standardisierung von Accounting-Prozessen, zur Unternehmensbe-
wertung sowie zur Entwicklung und Implementierung von Controlling-Konzepten.

Vor meiner Zeit bei Horváth war ich von 2021 bis 2022 im Bereich Strategic Planning & Projects bei OMV AG in Wien tätig. Dort habe ich mich u.a. mit der Beobachtung und Analyse von Geschäftsmodellen im Wettbewerbsumfeld beschäftigt. Mein Masterstudium Unternehmensführung habe ich an der Universität St. Gallen absolviert. Zuvor habe ich meinen Bachelor in Business Administration an der Corvinus Universität Budapest erworben.

Wie sind Sie mit dem ICV in Verbindung gekommen?

D. Merz:
Mit dem ICV bin ich während meiner Tätigkeit als Berater bei Horváth in Kontakt gekommen. Controlling ist in unserer Unternehmenskultur stark verankert – nicht zuletzt durch unseren Gründungsvater Prof. Dr. Dr. Péter Horváth. Auf den ICV aufmerksam gemacht hat mich mein Vorgänger als Leiter des AK Ungarn, István Radó. Er hat mich zu einer Veranstaltung eingeladen, bei der ich den Verein und seine offene, kollegiale Atmosphäre kennenlernen konnte. Im Zuge seines Rückzugs aus dem aktiven Berufsleben ergab sich dann für mich die Möglichkeit, die Leitung zu übernehmen.

Warum engagieren Sie sich im ICV?

D. Merz:
Mich begeistert am ICV vor allem, dass der Verein fachlich anspruchsvoll und zugleich sehr menschlich ist. Schon bei meinen ersten Veranstaltungen habe ich mich sofort willkommen gefühlt und schnell neue Kontakte knüpfen können. Besonders schätze ich die breite Vernetzung in Europa sowie die thematische Vielfalt, die der ICV seinen Mitgliedern im Rahmen der Arbeitskreise bietet. Viele der Themen, die dort diskutiert werden, beschäftigen mich auch in meinem beruflichen Alltag. Der Austausch im ICV eröffnet dabei immer wieder neue Perspektiven und gibt wertvolle Impulse für die Praxis.

Mit welchen Themen befasst sich der AK Ungarn zurzeit und in nächster Zukunft?

D. Merz:
Zurzeit ist ein wichtiger Schwerpunkt die fachlich fundierte Vermittlung von Controlling-Grundwissen an die nächste Generation. In diesem Zusammenhang ist die ungarische Ausgabe des Standardwerks „Controlling“ von Prof. Dr. Dr. Péter Horváth ein bedeutender Schritt. Unser Ziel ist es, möglichst vielen Controlling interessierten Studierenden Zugang zu diesem Wissen zu ermöglichen und so eine qualitativ hochwertige fachliche Basis für die künftigen ungarischen Controller zu schaffen. Weitere Themenschwerpunkte sind derzeit die Resilienzstrategien von Unternehmen sowie die Definition und Diskussion konkreter KI Use-­ Cases im Controlling.

Spielen bei diesen Themen spezifische Besonderheiten der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen Lage in Ungarn eine Rolle?

D. Merz:
Ja, diese Themen stehen auch im Zusammenhang mit den besonderen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Ungarn. Vor allem im Bereich der Energieversorgung, aber auch angesichts eines sich wandelnden geopolitischen Umfelds, wird deutlich, wie wichtig widerstandsfähige und anpassungsfähige Unternehmen sind. Dadurch gewinnt ein Controlling an Bedeutung, das Managemententscheidungen vorausschauend und wirksam unterstützt.
Zugleich entwickelt sich das Controlling in Ungarn zunehmend im Einklang mit internationalen Best Practices weiter. Die Disziplin wird insgesamt internationaler, weshalb es immer wichtiger wird, globale Trends frühzeitig aufzugreifen und sowohl in der Ausbildung als auch in der unternehmerischen Praxis zu verankern.

In welcher Verfassung ist der AK Ungarn, welche organisatorischen Schwerpunkte bestehen?

D. Merz:
Der AK Ungarn ist traditionell eng mit dem ungarischen Controlling-Verein Menedzsment és Controlling Egyesület (MCE) verbunden. Ein intensiver fachlicher Austausch, gemeinsame Interessen und eine enge Zusammenarbeit prägen diese Beziehung bis
heute und machen sie zu einer besonderen Stärke. Der Arbeitskreis wurde 1992 mit Unterstützung von Prof. Dr. Dr. Péter Horváth und István Radó ins Leben gerufen. Damit wurde ein wichtiges Fundament für die langfristige Entwicklung des Controllings in Ungarn gelegt.

Wie wichtig ist das internationale Networking für Sie und die ungarischen Kollegen?

D. Merz:
Das internationale Networking imICV ist aus meiner Sicht von großer Bedeutung, weil es den Blick über den eigenen Markt hinaus erweitert und neue Impulse für
die tägliche Praxis liefert. Themen wie Green Controlling oder Agiles Controlling werden zunehmend in länderübergreifender Zusammenarbeit entwickelt. Gerade darin
liegt ein besonderer Mehrwert: Unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven fließen zusammen und führen zu Lösungen, von denen alle Beteiligten
profitieren können.

Unter meiner Leitung möchte ich diesen internationalen Zugang weiter stärken. In Ungarn gibt es viele hervorragende Controlling Fach- und Führungs-
kräfte, die ihre Erfahrungen aktiv in das Netzwerk einbringen können und zugleich stark vom internationalen Austausch profitieren.

Zum Schluss noch einen kleinen privaten Einblick, bitte!

D. Merz:
Privat bin ich sehr sportlich aktiv. In meiner Jugend habe ich Fußball gespielt, heute begeistern mich vor allem Ausdauersportarten wie Laufen und Triathlon. Auch meine Urlaube verbringe ich am liebsten in den Bergen. Im vergangenen Jahr habe ich den Kilimandscharo bestiegen, und im Januar dieses Jahres hatte ich einen ersten, noch nicht erfolgreichen Versuch am Aconcagua. Damit steht mein nächstes größeres Urlaubsziel schon fest: Im Januar 2027 möchte ich den Aconcagua erfolgreich besteigen.

Herzlichen Dank für das interessante Gespräch! Für Ihre ehrenamtliche Tätigkeit im ICV viel Freude und Erfolg!

Das Gespräch führte Hans-Peter Sander,
ICV-Kommunikationsteam.