Netzwerke sind kein Nice-to-have – sie sind der Hebel für Veränderung

Equal Pay Day
Auch im Jahr 2025 verdienen Frauen im Durchschnitt noch immer deutlich weniger als Männer. Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen weiterhin signifikante Verdienstunterschiede und das insbesondere in den Finanz- und Versicherungssektoren mit einem durchschnittlichen Gap von 10,29 EUR pro Arbeitsstunde.
Und nicht nur nationale Statistiken machen das sichtbar: Eine aktuelle Analyse von Deloitte untersuchte die Nachhaltigkeitsberichte von 68 Finanzunternehmen aus verschiedenen europäischen Ländern.
Das Ergebnis: Der durchschnittliche unbereinigte Gender Pay Gap lag bei 25,1 % – mit einer Spannweite zwischen 13,2 % und 46,2 %.
Zum Vergleich: Der bereinigte Gender Pay Gap – also der Unterschied bei vergleichbaren Positionen – betrug jenen 20 Unternehmen, die hierzu freiwillig Angaben machten, durchschnittlich nur 2,3 %.
Die Differenz von rund 23 Prozentpunkten zwischen bereinigtem und unbereinigtem Gap zeigt: Das Problem liegt nicht unbedingt primär im Bereich der Bezahlung gleicher Rollenpositionen, sondern vielmehr in der strukturellen Verteilung von Frauen und Männern über Hierarchieebenen und Tätigkeitsfelder hinweg. Obwohl der Frauenanteil in den untersuchten Unternehmen bei 52 % liegt, beträgt er in Führungspositionen lediglich 34 %.
Was diese Studie besonders hervorhebt, ist das strukturelle Ungleichgewicht, welches in vielen Unternehmen vorherrscht. Die Controlling-Branche geht hier bereits an vielen Stellen mit positivem Beispiel voran und bringt starke Frauen in Führungspositionen hervor. Ein wichtiger Schritt in Richtung Chancengleichheit ist damit gemacht. Doch darauf dürfen wir uns nicht ausruhen. Fakt ist: Ohne aktive Maßnahmen wird der Gender Pay Gap bestehen bleiben.
An dieser Stelle kommt das Frauennetzwerk des Internationaler Controller Verein ins Spiel:
https://icv-controlling.com/frauennetzwerk/
Ein starkes Netzwerk, das Frauen im Controlling und Finance zusammenbringt, fördert, vernetzt und stärkt – mit dem klaren Ziel, strukturelle Ungleichheiten aktiv zu adressieren und Selbstbewusstsein sowie Sichtbarkeit zu fördern. Dabei sind ausdrücklich alle Geschlechter eingeladen, denn Chancengleichheit ist kein „Frauenthema“, sondern ein Wirtschaftsthema.
Besonders inspirierend: Viele der engagierten Frauen im Netzwerk zeigen eindrucksvoll, wie fachliche Exzellenz gepaart mit Leadership-Kompetenz die Finanzlandschaft Schritt für Schritt verändert-
Wir brauchen Netzwerke, die auf gegenseitigen Support ausgerichtet sind – und Organisationen, die Verantwortung übernehmen. Wir brauchen Führungskräfte, die Vielfalt nicht nur befürworten, sondern aktiv gestalten.
Der Gender Pay Gap ist kein Randthema – er betrifft Wirtschaft, Unternehmenskultur und individuelle Karrieren – und gemeinsam können wir etwas bewegen.
Daten-Quellen:
https://www.destatis.de/EN/Themes/Labour/Earnings/GenderPayGap/Tables/gpg-by-enterprise.html
https://www.der-bank-blog.de/gender-pay-gap-finanzbranche/fuehrung-und-management/37726480/

