Modernes Controlling im kommunalen Umfeld weiterentwickeln

Im Interview: IPGL-Geschäftsführer Dr. Sebastian Michalsky.

Die Infrastruktur- und Projektgesellschaft mbH (IPGL) Bergisch Gladbach ist seit Jahresbeginn ICV-Firmenmitglied. Dazu sprachen wir mit IPGL-Geschäftsführer Dr. Sebastian Michalsky.

Herr Dr. Michalsky, vielen Dank für Ihre Zeit. Bitte stellen Sie sich kurz vor. Was verbindet Sie persönlich mit dem ICV?

S.Michalsky:
Ich habe zu danken und freue mich auf das Interview. Seit April 2025 bin ich Geschäftsführer der Infrastruktur- und Projektgesellschaft Bergisch Gladbach mbH. Zuvor war ich knapp zehn Jahre bei der Deutschen Bahn im Infrastrukturbereich in verschiedenen Positionen tätig – unter anderem als stellvertretender Leiter Finanzen/Controlling sowie später als technischer Leiter für das gesamte Baumanagement der Personenbahnhöfe in NRW. Davor war ich rund fünf Jahre für ein größeres Bauunternehmen tätig. Während meines Studiums war ich zudem semiprofessioneller Fußballspieler und konnte so mein Studium finanzieren.

Während meiner Zeit bei der Deutschen Bahn habe ich als externer Doktorand an der Universität Bremen im Bereich Green Controlling promoviert. Das wurde mir insbesondere durch meine damalige Chefin, Frau Dr. Raulin, ermöglicht – ohne sie hätte ich die Promotion nicht antreten können.

Im Rahmen meiner Promotionsrecherchen entstand auch die Verbindung zum ICV. Schon damals wurde für mich deutlich, dass der ICV beim Thema Green Controlling eine führende Rolle einnimmt – und dies bis heute tut.

Was waren die Hauptmotive dafür, eine ICV-Firmenmitgliedschaft einzugehen?

S.Michalsky:
Ich wollte unsere Gesellschaft am Puls der Zeit positionieren. Ich finde es äußerst spannend, dass im ICV nicht nur die klügsten Köpfe im Bereich Controlling zusammenkommen, sondern Wissenschaft und Praxis kontinuierlich voneinander lernen können.

Zudem sind kommunale Unternehmen im ICV bislang nur wenig vertreten. Hier möchten wir als IPGL eine Vorreiterrolle einnehmen und dazu beitragen, dass modernes, wirkungsvolles Controlling nicht nur in großen Unternehmen oder im Mittelstand, sondern auch im kommunalen Umfeld etabliert und weiterentwickelt wird.

Welche Erwartungen verbinden Sie mit der Firmenmitgliedschaft im ICV?

S. Michalsky:
Für mich steht der Wissensaustausch im Mittelpunkt, denn Wissen ist für Unternehmen eines der kostbarsten Güter.

Betrachtet man die wertvollsten Unternehmen der vergangenen Jahrzehnte, waren dies früher Organisationen mit hohem Anlagevermögen. Heute sind es Unternehmen, deren Stärke in Wissen und Know-how liegt – sowohl innerhalb als auch außerhalb ihrer Branchen.

Ich erwarte daher, dass wir unser Wissen aktiv in die Gemeinschaft einbringen und dadurch gemeinsam dazu beitragen, das Controlling unter aktuellen und zukünftigen Herausforderungen weiterzuentwickeln.

Der ICV bietet eine Vielzahl von Formaten und Angeboten. Welche finden Sie persönlich und für die IPGL besonders interessant?

S. Michalsky:
Aufgrund meiner wissenschaftlichen Tätigkeiten interessiert mich persönlich insbesondere der Arbeitskreis Green Controlling.

Als IPGL werden wir darüber hinaus auf Kongressen und Events präsent sein, um unser Netzwerk auszubauen. Unsere Mitarbeitenden werden Webinare und Online-Formate nutzen. Außerdem bieten wir an, unsere Erfahrung im Multiprojektmanagement und im Controlling mit der Community zu teilen.

Die Bundesregierung hat ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro für eine Infrastrukturoffensive beschlossen. Was bedeutet das für die IPGL konkret?

S.Michalsky:
Was dies im Detail bedeutet, lässt sich derzeit noch nicht eindeutig abschätzen. Ich erhoffe mir jedoch mehr Budget für die Umsetzung zusätzlicher Infrastrukturmaßnahmen, da wir in Deutschland – sowohl kommunal als auch bundesweit – einen erheblichen Investitionsrückstau haben.

Diesen gilt es mithilfe smarter Organisationsformen wie einer Infrastrukturprojektgesellschaft effizient abzubauen.

Allerdings möchte ich betonen, dass ein Sondervermögen allein nicht ausreicht. Insbesondere eine Entbürokratisierung sowie die Vereinfachung des Planungsrechts sind zwingend erforderlich.

Abschließend: Was verstehen Sie unter zukunftsfähigem Controlling? Welche Themen beschäftigen Sie aktuell besonders?

S. Michalsky:
Ein zukunftsfähiges Controlling vereint ökonomische, soziale und ökologische Aspekte und nutzt dabei modernste Technologien.

Für mich ist das Thema Green Controlling weiterhin von zentraler Bedeutung. Darüber hinaus muss sich Controlling intensiv mit dem sinnvollen Einsatz von KI auseinandersetzen. Dennoch wird Controlling nie ganz ohne den Menschen auskommen – am Ende steht immer der Human in the Loop.

Wir bei der IPGL beschäftigen uns daher umfassend mit dem KI-Einsatz in allen Bereichen, auch im Controlling. Gleichzeitig treiben wir unser Green Controlling konsequent voran, da wir sowohl die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen sehen als auch überzeugt sind, dass wir damit langfristig stets ökonomische Vorteile erzielen.